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Verfahren des Sondergerichts

Lesen Sie hier mehr über alle Verfahren des Sondergerichts am Landgericht Bayreuth in den Jahren 1942 bis 1945. Mittels der Suchfunktion können Sie auch nach Namen suchen.

Fortgesetztes Vergehen nach § 2 Heimtückegesetz / Anklage vom 10.03.1943

SG 14/43
SG Js 2/43
StABa Rep K 106 Nr. 56 + Nr. 305

Bauer, Kunigunda Betty, geb. Kastner

Geburtstag26.10.1900 in Weidenberg
BerufHilfsbedienung
Familienstandgeschieden
Wohnort Bayreuth, Friedrichstraße 15
10.03.1943
Beschreibung der angelasteten Tat

Die Angeklagte war im Jahr 1942 in der Gastwirtschaft „Jägersruh“ in Bayreuth beschäftigt.

In dieser Zeit soll sie in der Gastwirtschaft geäußert haben,
 

        - die Juden hätten den Krieg nicht verursacht, „aber wir hätten ihn vermeiden können“
        - „Die uns versprochenen Verbesserungen waren Lügen, es wird doch nicht besser,
           das Geld geht wieder verloren“
        - „wer sind denn jetzt die Juden, die das Pfund Butter auf 1,80 RM hinaufgeschraubt
           haben?“
       - „den Krieg verlieren wir doch.“

 

Das Verfahren beruhte auf einer Anzeige des Bayreuther Stadtsekretärs Friedrich
Sommermann.
 

Die Beschuldigte wurde am 30.12.1943 festgenommen und befand sich  seit 11.01.1943 in
Untersuchungshaft im Gerichtsgefängnis Bayreuth.
 

Mit Datum 10.03.1943 erhob die Staatsanwaltschaft wegen fortgesetzten Vergehens nach
§ 2 Heimtückegesetz Anklage zum Sondergericht Bayreuth (vgl. Dokumente).
 

Verhandlungstermin wurde vom Sondergericht auf den 18.03.1943 terminiert.
 

Am 17.03.1943, 1.15 Uhr verstarb die Angeklagte im Gerichtsgefängnis Bayreuth.
Die Todesursache geht aus den Akten nicht hervor.

Urteil
Zu einer Verhandlung des SG Bayreuth kam es nicht mehr, da die Angeklagte zuvor in der Haft verstarb.
Die Todesursache lässt sich den Akten nicht entnehmen.
Vollstreckung

Krumbholtz, Karl

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Dokumente