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in der Bildmitte Roland Freisler, Präsident des Volksgerichtshofs



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in der Bildmitte Roland Freisler, Präsident des Volksgerichtshofs

Am 14. Juli 1934 fand in der Prinz-Albrecht-Straße 5(3)eine Versammlung hochrangiger Persönlichkeiten und NS-Funktionäre statt; auf dieser proklamierte NS-Justizminister Franz Gürtner den Volksgerichtshof für eröffnet. Der Volksgerichtshof wurde zunächst als Sondergericht eingerichtet, welches am 1. August 1934 in Berlin die Arbeit aufnahm. In der ersten Zeit seines Bestehens bemühten sich hochrangige Regierungsvertreter um die Verlegung von bereits laufenden Gerichtsverfahren gegen Regimegegner an den Volksgerichtshof. So soll aufgrund einer persönlichen Intervention von Hermann Göring das am Reichsgericht in Leipzig mit der Anklageerhebung eingeleitete Justizverfahren gegen die Anführer der linkssozialistischen Widerstandsgruppe „Der Rote Stoßtrupp“ 1934 an den Volksgerichtshof verlegt worden sein. Dieses Verfahren war der zweite Prozess des Sondergerichts überhaupt.
Mit Gesetz vom 18. April 1936 wurde der Volksgerichtshof in ein so genanntes „ordentliches Gericht“ umgewandelt(4) Er bestand zunächst aus 3 Senaten mit jeweils fünf Richtern, von denen jedoch nur zwei die Befähigung zum Richteramt benötigten. Infolge der steigenden Verfahrenszahlen wurde 1935 ein vierter, 1941 der 5. und 1942 der 6. Senat eingerichtet.(5)

Wilhelm Bruner (geschäftsführend)
19.09.1934 - 30.04.1936
Otto Georg Thierack
01.05.1936 - 19.08.1942
Roland Freisler
20.08.1942 - 03.02.1945
Wilhelm Crohne (geschäftsführend)
04.02.1945 - 11.03.1945
Harry Haffner
12.03.1945 - 24.04.1945

Roland Freisler (1944)
Bildquelle: BArch Bild 151-17-15 / CC-BY-SA 3.0

Bei einem schweren Luftangriff der westlichen Alliierten auf Berlin am 3. Februar 1945 wurde das Gebäude des Volksgerichtshofs in der Berliner Bellevuestraße zerstört und Freisler tödlich verletzt. Hierauf ordnete Hitler zwei Tage später an, den Volksgerichtshof nach Potsdam auszulagern und die für Hoch- und Landesverrat zuständigen Senate nach Bayreuth zu verlegen.