Roeßler, Christian

Christian Friedrich Georg Roeßler (mitunter finden sich auch die falschen Schreibweisen "Rößler" oder „Roessler“) wurde am 01.10.1882 in Wirsberg / Landkreis Kulmbach als Sohn des Regierungsdirektors Georg Roeßler und seiner Ehefrau Sofie, geb. Klemann, geboren. Er war evangelisch-lutherisch.
Am 21.08.1916 heiratete er in Augsburg Maria Margareta Adelina Brenner, geb. 09.09.1989 in Ansbach. Die Eheleute hatten zwei in den Jahren 1920 und 1926 geborene Kinder.
Während seiner beruflichen Tätigkeit in Bayreuth wohnte er in der Bismarckstraße 3.
Nach seiner Ruhestandsversetzung zog er mit seiner Familie am 26.09.1944 nach Augsburg, wo er in der Gabelsbergerstraße 3 wohnte. Auch die Eltern von Roeßler sowie seine Schwiegereltern wohnten zu jener Zeit in Augsburg (die Schwiegereltern August und Margarete Brenner, geb. Blankenbach, wohnten in der Hallstraße 11).
Christian Roeßler starb am 11.01.1965 in Augsburg (Reg.Nr. 66/1965). Nach seinem Tod zog seine Witwe in die Alpenstraße 11 um. Sie verstarb am 15.12.1971 in Augsburg.
Christian Roeßler legte die Erste Staatsprüfung am 21.07.1905 in Erlangen und die Große Staatsprüfung im Dezember 1908 in Augsburg jeweils mit Erfolg (Große Staatsprüfung mit der Note II 15/40) ab.
Ab 18.01.1909 praktizierte er bei dem AG Augsburg.
Ab 30.04.1909 war er Grundbuchkommissar
- zunächst bei dem AG Pfaffenhofen,
- ab 18.05.1910 bei dem AG Schongau,
- ab 14.01.1911 bei dem AG Landsberg/Lech,
- ab 18.04.1912 bei dem AG Schwabach.
Ab 15.06.1912 war er Sekretär in Augsburg, ab 01.01.1913 schließlich Landgerichtssekretär in Augsburg. Der weitere berufliche Werdegang gestaltete sich wie folgt:
- ab 01.07.1916 Amtsrichter in Regensburg
- ab 16.12.1924 II. Staatsanwalt in Kempten
- ab 01.10.1929 Landgerichtsrat in Kempten
Im Jahr 1942 war er an 13 Verfahren des Sondergerichts Bayreuth beteiligt.
Infolge eines Nervenzusammenbruchs war er seit 03.10.1942 dienstunfähig. Am 01.07.1943 wurde er aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzt.
Die Staatsanwaltschaft Bayreuth wurde seit der Erkrankung von Roeßler im Wechsel von Karl Krumbholtz und Wilhelm Hoffmann (Einzelheiten s. dort) geleitet.
- Mitglied der NSDAP seit 01.05.1935 (Mitglieds-Nr. 3 668 531)
- NSRB seit 30.11.1933 (Nr. 31 394)
- NSV seit 01.07.1934 (Nr. 2 583 333)
- RDB seit 01.09.1936 (Nr. 1 451 778)
- RLB seit 1935 (Nr. 209 913)
- RKB seit 01.10.1936
- NS-Kulturgemeinde seit Oktober 1936
Christian Roeßler musste sich nach Kriegsende vor der Spruchkammer Augsburg Stadt I verantworten. Mit Bescheid vom 13.06.1947 (Az. I 2434) wurde er in die Gruppe IV („Mitläufer“), seine Ehefrau wurde in die Gruppe V („Entlastete“) eingestuft.
- Personalverzeichnis des höheren Justizdienstes (Berlin / Carl Heymanns Verlag / 1938)
- BArch R 3001 / 72525
- BArch R 3001 / 72526
- Standesamt des Marktes Wirsberg
- Stadtarchiv Augsburg, Meldekartei 3, Roeßler Maria, 1889
