Brügel, Bernhardt

geb. am 16.07.1901 in Unterringingen
Bernhardt Christian Paul Ernst Brügel wurde am 16.07.1901 in Unterringingen als Sohn eines Dekans und Kirchenrats geboren. Er hatte die ev.-luth. Konfession.
Aus der am 09.03.1931 mit seiner Frau Lydia, geb. Weilbach, geschlossenen Ehe gingen vier Kinder hervor.
Aus der am 09.03.1931 mit seiner Frau Lydia, geb. Weilbach, geschlossenen Ehe gingen vier Kinder hervor.
Brügel war zwar nicht Mitglied des Sondergerichts Bayreuth, sein beruflicher Werdegang zeigt jedoch exemplarisch die Bedeutung nationalsozialistischer Gesinnung und Beteiligung am beruflichen Fortkommen in der Justiz des Dritten Reiches:
- 20.03.1926 Erste Juristische Staatsprüfung an der Universität Erlangen („bestanden“)
- 26.04.1929 Große Staatsprüfung in München (Note 75)
- 01.03.1930 Gerichtsassessor bei der Staatsanwaltschaft Passau
- 16.03.1930 Gerichtsassessor bei dem Amtsgericht Wegscheid
- 01.07.1930 II. Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Ansbach
- 16.05.1932 Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Burglengenfeld
- 01.12.1934 Oberamtsrichter und Vorstand des Amtsgerichts Bad Berneck
- 01.01.1935 Vorsitzender des Anerbengerichts in Bad Berneck
- 01.11.1938 Landgerichtsdirektor bei dem Landgericht Bayreuth
Brügel, seit 01.12.1934 Oberamtsrichter in Bad Berneck, hatte sich am 25.03.1938 zunächst erfolglos um die Stelle des Amtsgerichtsdirektors in Bayreuth beworben, schließlich erhielt er am 01.11.1938 die Stelle des Landgerichtsdirektors (entspricht dem heutigen „Vorsitzenden Richter am Landgericht“).
Bernhardt Brügel war bereits als Jugendlicher in den Jahren 1917 bis 1918 Mitglied der sog. Landsturmriege (Zusammenschluss militärisch ausgebildeter Zivilisten) und von 1919 bis 1921 Mitglied in der Einwohnerwehr Augsburg (Selbstschutzverbände, in Bayern aus dem Konzept der Bürger- bzw. Volkswehren hervorgegangen). Dem Freikorps Epp (militärischer Verband aus Freiwilligen und Zeitfreiwilligen in der frühen Weimarer Republik, benannt nach seinem Führer, Oberst Franz Ritter von Epp) gehörte er von Juni bis September 1919 an und ab Juni 2021 bis zu seinem Eintritt in die NSDAP im Jahr 1931 dem Freikorps Oberland (freiwilliger Wehrverband - Freiwilligenkorps, der in der Anfangsphase der Weimarer Republik neben anderen freiwilligen Wehrverbänden und neben der Schwarzen Reichswehr bestand) an. Aus dem Freikorps Oberland ging der Bund Oberland hervor, aus dessen Mitgliedern sich ab 1921 der Kern der Sturmabteilung (SA) in Bayern rekrutierte. Brügel war im Bund Oberland Mitglied der 1. Kompanie, I. Bataillon. Wegen der Beteiligung am sog. Hitler-Putsch wurde ihm am 30.08.1934 der sog. „Blutorden“ (Nr. 428) verliehen (Medaille zur Erinnerung an den 9. November 1923 an „Helden der Bewegung“ bzw. „Alte Kämpfer“).
Mitglied der NSDAP (Mitglieds-Nr. 790 201) war Brügel bereits seit 01.12.1931. Kurz nach den letzten Reichstagswahlen, am 11.05.1933, wechselte er vom Bayerischen Richterverein zum Bund Nationalsozialistischer Juristen (BNSDJ) über.
Auch nach seiner Ernennung in die Justiz setzte er sein Engagement für den Nationalsozialismus fort. So besuchte er etwa im Zeitraum 25.02. bis 05.03.1937 einen Lehrscheinkurs der SA und beteiligte sich im Sommer 1936 (06.07.-02.08.1936) sowie im Frühjahr 1937 (23.04.-13.05.1937) an Wehrübungen. Dies wirkte sich auch günstig auf seine Beurteilungen und sein berufliches Fortkommen aus (vgl. unter Dokumente).
BArch R / 3001 / 193666
