Ein genaues Datum der erstmaligen Verwendung der Bezeichnung "Bayerische Ostmark" lässt sich nicht feststellen. Offensichtlich wurde in Analogie zu den preußischen Ostprovinzen die Bezeichnung "Ostmark" nach dem Ersten Weltkrieg auf die ostbayerischen Gebiete (Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken) übertragen, die nun in Grenzlage zur neuen, als Feind wahrgenommenen Tschechoslowakei lagen.
Die Bezeichnung "Mark" geht dabei auf das althochdeutsche "marcha" = Grenze zurück, etymologisch verwandt mit dem lateinischen "margo"= Rand. Seit der Zeit der Karolinger waren die "Marken" Grenzterritorien, die unter verstärktem militärischem Schutz standen. Sie dienten der Sicherung des Reichsgebietes, später waren es Grafschaften, die einem "Markgrafen" unterstellt waren. Die mittelalterliche bayerische "Ostmark" umfasste das Gebiet zwischen Enns und Leitha, in dem Karl der Große eine "Awarische Mark" errichtet. Sie war das Kernland des späteren Herzogtums Österreich (heutiges Niederösterreich).(1)
Der neue "Gau Bayerische Ostmark" reichte von Coburg im Nordwesten bis Passau im Südosten, im Osten grenzte er an die 1918 neu gebildete tschechoslowakische Republik. Er umfasste die heutigen Regierungsbezirke Oberfranken, Oberpfalz und Niederbayern, seit dem Münchner Abkommen im Frühjahr 1938 auch kleinere Teile des an das Deutsche Reich angegliederten Sudetenlandes.
Die Gauleiter waren die ranghöchsten regionalen Hoheitsträger der NSDAP, die verantwortlich für den gesamten Parteiapparat in ihrem jeweiligen Territorium waren und zu diesem Zweck ein Aufsichtsrecht und die Disziplinargewalt besaßen.
(1) Schaller in Historisches Lexikon Bayerns

Die bayerische Ostmark ruft. Illustrierter Führer durch die Reisegebiete der bayerischen Ostmark,
Bayreuth 1935, Deckblatt.








